Dr. Hermann Onusseit über Recycling-Realitäten im PPWR-Kontext
Dr. Hermann Onusseit diskutiert auf der interpack 2026 die Herausforderungen und Realitäten des Recyclings im Rahmen der neuen EU-Verordnung PPWR.
Die interpack 2026 wird zum Schauplatz bedeutender Diskussionen über die Zukunft des Recyclings innerhalb der EU. Dr. Hermann Onusseit, ein führender Experte im Bereich der Kunststoffverwertung, wird die Herausforderungen und Realitäten des Recyclings im Rahmen der neuen Verordnung über die nachhaltige Verpackung (PPWR) erörtern. Diese Verordnung zielt darauf ab, den Verbrauch von Einwegkunststoffen zu reduzieren und die Recyclingquote in der EU zu erhöhen.
Die PPWR-Verordnung stellt einen wichtigen Schritt in der europäischen Umweltpolitik dar. Sie verpflichtet Unternehmen, ihre Verpackungen so zu gestalten, dass sie leichter recycelbar sind. Dr. Onusseit mahnt jedoch an, dass die Umsetzung dieser Vorschriften nicht ohne Schwierigkeiten erfolgt. Er betont, dass über die technischen Vorgaben hinaus auch gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. Die Infrastruktur für das Recycling ist in vielen Ländern nicht ausreichend ausgebaut, und die Akzeptanz bei den Verbrauchern ist noch schwankend.
Ein zentrales Thema von Onusseits Vortrag ist die Diskrepanz zwischen den theoretischen Zielen der PPWR und den praktischen Realitäten des Recyclings. Während die Verordnung eine klare Richtung vorgibt, fehlen oft die konkreten Maßnahmen, um eine umfassende Umsetzung sicherzustellen. Der Experte spricht auch über den Einfluss der aktuellen Marktbedingungen, die den Recyclingprozess komplizierter gestalten können. Beispielsweise können volatile Rohstoffpreise und Nachfrageschwankungen die Wirtschaftlichkeit von Recyclinganlagen beeinflussen.
Zusätzlich wird Onusseit auf die Bedeutung der Forschung hinweisen, um innovative Recyclingtechnologien zu entwickeln. Er wird Beispiele für aktuelle Projekte präsentieren, die darauf abzielen, die Effizienz des Recyclings zu steigern und neue Materialien zu erforschen, die speziell für eine bessere Wiederverwertbarkeit konzipiert sind. Der Einsatz von KI und digitalen Technologien in der Abfallwirtschaft könnte dabei helfen, die Herausforderungen des Recyclings zu meistern.
Abschließend wird erwartet, dass Dr. Onusseit die Diskussion mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Recyclingpraktiken anregen wird. Dies könnte möglicherweise auch Impulse für weitere regulatorische Maßnahmen geben, die über die PPWR hinausgehen. Die interpack 2026 bietet somit eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik, um Lösungen für die drängenden Probleme im Bereich des Recyclings zu finden.